Ein erfolgreiches Testmanagement besteht aus mehreren Komponenten, die Planung, Reporting und Vernetzung beinhalten. Dokumentationen und Ergebnisse von Tests müssen mit Anforderungen verknüpft werden, aber auch mit der Releaseplanung. Die Tests haben natürlich ebenfalls Auswirkungen auf den Quellcode.

Diese Aufgaben soll das Testmanagement erfüllen

Ein Testmanager ist mehr als nur der Verwalter von Aufgaben. Er muss planen, aber auch die Tests steuern. Dazu braucht er die notwendige Datengrundlage. Diese wird dann für die ausführliche Analyse der Ist-Situation, Entwürfe von Szenarien und Durchführung der Tests verwendet.

Das Testprojekt wird dabei über entsprechende Werkzeuge verwaltet und überwacht. Diese schreiben automatisch die notwendigen Berichte und zeigen die aktuellen Werte an.

Zunächst werden die Strategie und die Ziele der verschiedenen Testebenen und -abläufe in einem Konzept niedergeschrieben und durchgeplant. Das ermöglicht es dem Testanalyst, die Abläufe, Funktionen, Features, Schnittstellen und Funktionsaufrufe auf ihre Testbarkeit zu prüfen und daraus dann einzelne Test-Cases zu formulieren. Durch das Konzept hat er immer das Gesamtbild vor Augen und kann den Aufwand bereits in einem frühen Stadium der Planung abschätzen und entsprechend Zeitkontingente und andere Ressourcen vorbereiten.

Zur Hilfe kommt dabei Testmanagement-Software, mit der man die benötigte Testumgebung, aber auch die Personalkapazitäten planen kann. Diese Werkzeuge sind auch mit den üblichen Ressourcenverwaltungssystemen über Schnittstellen verbunden.

Die Ergebnisse, die in die Testsoftware einlaufen, liefern dann Daten und Diagramme als Berichte über den bisherigen Testverlauf. Mit einem Blick kann der Testmanager den Fortschritt der Tests sehen und abschätzen, ob man die Ziele im Plan erreichen kann.

Tools sparen Zeit bei der Testorganisation und -wartung

Die Testmanagement-Tools liefern zwar automatisch Berichte, manche Testfälle müssen aber immer noch per Hand eingegeben werden. Erleichtert wird das aber durch eine Bibliothek an Modellen und Anwendungsfallbeschreibungen, die wie Bausteine zusammengesetzt werden können.

Besonders bei der Traceability, dem zeitnahen Reporting, der Organisation und der Wartung von Tests zeigen sich die Vorteile der Testwerkzeuge. In einem aktuellen Projekt konnten 70 Prozent der Organisation und Pflege von Tests dadurch eingespart werden, dass man die richtigen Werkzeuge einsetzte. Dass man Tools im mittleren Preissegment verwendete verstärkte die positiven Effekte noch.

Man schaute auf den Aufwand, der für die Pflege der Testfälle, Prüfungen, erneute Verwendungen und Analysen der Anforderungsüberdeckung notwendig war, und verglich das mit makrogesteuerten Tabellenkalkulationsprogrammen.

 

Wenig überraschend war die Darstellung von Reports in Echtzeit auf einem übersichtlichen Dashboard den Tabellen überlegen. Man konnte wichtige Entscheidungen schneller treffen, auch weil man nicht auf Emails oder Dokumente, die aus den Kalkulationsprogrammen erstellt wurde, warten musste.

Eine Verbesserung und Optimierung bieten die Werkzeuge in vielerlei Hinsicht: die Reproduzierbarkeit wird erhöht, man kann Reviews, Entscheidungen und Testläufe besser nachvollziehen und kann Tests bessern wiederverwenden und warten. Während die Qualität erhöht wurde konnten gleichzeitig im Verlauf des Testprojekts 30 Prozent Kosten gespart werden.

Die Testüberdeckung zu messen ist ohne professionelle Tools kaum durchzuführen, auch im Hinblick auf Risiken und spezielle Anforderungen. Ein effizientes Testmanagement erreicht man nur dann, wenn man Anforderungswerkzeugen, Konfigurationsmanagement, Fehlermanagement, Continuous Integration und Testautomatisierung darin integriert, die Bedienung aber auch möglichst einfach macht.

Planung ist auch deshalb wichtig, weil die Werkzeuge nicht für den spontanen Einsatz geeignet sind. Es braucht einen gut durchdachten Prozess, der den Rahmen für die Verwendung von Testwerkzeugen bietet. Ein klarer Prozess und gut formulierte Standards können bis zu 30 Prozent Effizienzsteigerung erreichen, wie sich in diesem Beispiel zeigte.

Tools machen sich bezahlt

Man kann heute also davon ausgehen, dass alleine der Einsatz von Werkzeugen beim Testmanagement die Effizienz um bis zu 30 Prozent verbessern kann. Außerdem werden damit die Prozesse transparenter, weil mehr Daten verfügbar und darstellbar sein. Ein Wundermittel sind Tools aber nicht, und auch bei ihnen ist ein kritischer Blick auf die Daten und Metriken wichtig. Teams müssen auch weiterhin untereinander verbal kommunizieren. Denn auch der subjektive Eindruck des Testers spielt immer noch eine wichtige Rolle.